Amelie Kober (Fischbachau, 23 Jahre) ist bei der 9. FIS Snowboard Weltmeisterschaft im spanischen La Molina als Sechstplatzierte im Parallel Slalom erneut beste Deutsche geworden. Die Olympiazweite von 2006, die noch vor drei Tagen im Parallel Riesenslalom als Vierte Edelmetall verpasst hatte, unterlag in ihrem Viertelfinale der Österreicherin Heidi Neururer mit 38 Hundertstel Rückstand.
Anke Karstens (Piding, 25) war zuvor im Achtelfinal denkbar knapp um
eine Hundertstel an der Olympiasieger von Vancouver, Nicolien Sauerbreij
(NED), gescheitert und belegte im Abschlussranking Rang zwölf. Die
weiteren Raceboarder des Snowboard Verband Deutschland (SVD), Selina
Jörg (Sonthofen, 22), Isabella Laböck (Prien, 24) und Patrick Bussler
(Aschheim, 26), waren zuvor in der Qualifikation gescheitert.
Dementsprechend enttäuscht zog Sportdirektor Stefan Knirsch am letzten
Tag der Weltmeisterschaft sein Fazit: „Mit einem vierten und sechsten
Platz kann ich nicht zufrieden sein. Natürlich haben wir vor allem in
den Parallel-Rennen Pech gehabt, sind zweimal knapp gescheitert. Aber
von einem weltklasse Team wie unseren kann man mehr erwarten, auch wenn
es sich ordentlich verkauft hat.“
Einziger Lichtblick war heute erneut die frischgebackene Mutter Amelie
Kober, die einmal mehr unterstrich, dass sie nach ihrer Babypause wieder
zur alten Stärke zurückgefunden hat. „Natürlich bin ich enttäuscht,
dass es nicht zu einer Medaille gereicht hat. Aber hätte mir jemand vor
zwei Wochen gesagt, dass ich Vierte und Sechste werde, hätte ich das nie
geglaubt.“
Zudem lobte die Bayerin den Zusammenhalt der deutschen Equipe: „Ich
freue mich über die Ergebnisse, auch wenn es für die anderen schade ist.
Umso schöner war es aber, die Unterstützung des gesamten Teams zu
spüren. Dafür bin ich dankbar. Wir haben eine tolle Mannschaft!“
Den Titel bei den Männern sicherte sich wie beim PGS der Österreicher
Benjamin Karl (AUT), der sich damit Doppelweltmeister 2011 nennen darf.
Zweiter wurde Altmeister Simon Schoch (SUI), Dritter Rok Marguc (SLO).
Bei den Damen feierte Hilde-Katrine Engeli (NOR) einen
Überraschungssieg. Silber holte Nicolien Sauerbreij (NED), Bronze ging
an Claudia Riegler (AUT).
Silvia Mittermüller mit Trainingsverletzung
Im erstmals bei einer Weltmeisterschaft ausgetragenen Slopestyle hat der
Snowboard Verband Deutschland ebenfalls einen herben Rückschlag
hinnehmen müssen. Während des Trainings zur heutigen Qualifikation
stürzte die einzige deutsche Teilnehmerin Silvia Mittermüller (München,
27) nach einem Sprung über den ersten Kicker.
Die Medaillenhoffnung verletzte sich dabei am Rücken und konnte nach
Aussage von Freestyle-Coach David Selbach nicht mehr starten: „Silli hat
schmerzen am Rücken und ist ziemlich steif und fest. Ein Start war
damit leider nicht möglich. Das ist eine ganz bittere Pille.“
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