SUDELFELD, 28. Januar 2012 – Amelie Kober ist ihrer Favoritenrolle beim einzigen Snowboard Weltcup auf deutschem Boden mehr als nur gerecht geworden. Die 24-Jährige aus Fischbachau wiederholte am Sudelfeld im Final-Duell mit Marion Kreiner (AUT) ihren Triumph im Parallel Riesenslalom von 2010.
Damit ist Kober mit zwei Siegen (2010, 2012) und einem zweiten Platz
(2009) die erfolgreichste Snowboarderin der drei Weltcups, die bislang
auf dem Rennhang am Waldkopf ausgetragenen wurden.
„Ich bin froh und sehr glücklich, dass es so ausgegangen ist“, freute
sich die erfolgreichste deutsche Raceboarderin der letzten Jahre.
Die vom Publikum frenetisch unterstütze Bayerin hatte bei ihrem
Heimrennen in der Quali noch mit ihrer Nervosität zu kämpfen gehabt.
Nach einem Spitzenrun im ersten Qualilauf leistete sich Kober im zweiten
einen Patzer und zog am Ende als Achte in die K.o.-Duelle ein.
„Der Tag hat sehr holprig begonnen. Ich habe in der Quali schon gezittert. Es hat gedauert, bis ich rein gekommen bin.“
Doch dank der mehreren Hundert Zuschauer konnte sich Kober rechtzeitig zu den Finalläufen wieder fangen.
„Ich habe das Publikum schon oben am Start gehört. Im Ziel war es dann extrem. Das hat mich sehr motiviert.“
Dank der lautstarken Unterstützung gelang Kober am Ende das, was OK-Chef
Josef Lechner am Mittwoch während einer Pressekonferenz noch scherzhaft
angedeutet hatte: „Nach Platz drei im PGS von Telluride und Platz zwei
im PGS von Carezza darf es am Sudelfeld im dritten PGS der Saison gerne
Platz eins sein.“
Dank ihres zehnten Weltcup-Sieges im 75. Rennen konnte sich die einzige
Mutter im Teilnehmerinnenfeld von Platz sechs auf Platz zwei im Parallel
Weltcup-Ranking verbessern.
Mit 3.680 Punkten liegt Kober nur noch 160 Punkte hinter der Weltcup-Führenden aus der Schweiz, Patrizia Kummer (3.840).
Ebenfalls hoch zufrieden mit ihrer Leistung präsentierte sich Selina Jörg nach ihrem bislang besten Saisonresultat.
Zwar verpasste die 24-Jährige aus Sonthofen gegen Ekaterina Tudegesheva
(RUS) am Ende recht deutlich den Sprung aufs Podest, doch am Ende
überwog die Erleichterung über die ansteigende Formkurve.
„Ich bin erleichtert, dass ich endlich mal wieder das Achtelfinale überstanden habe.“
Bis heute war für die Allgäuerin in dieser Saison außer beim Auftakt in
Landgraaf, Holland (Platz fünf), immer in der ersten K.o.-Runde Schluss
gewesen.
„Natürlich ist der vierte Platz ärgerlich, weil man so knapp das Podium
verpasst hat."
Anders als bei Jörg hätten die Zeichen bei Patrick Bussler (Aschheim,
27) nach der Qaulifikation nicht besser stehen können. Denn der beste
männliche deutsche Vertreter seiner Zunft war als
Qualifikationsschnellster ins Finale aufgestiegen.
Dort war aber bereits im Achtelfinale gegen den späteren
drittplatzierten zweimaligen Sudelfeld-Sieger Andreas Prommegger (AUT)
Schluss.
„Ich hatte heute die Chance alles zu gewinnen. Aber jetzt ist mit einem
Schlag wieder alles weg. Da fühlt man sich schon sehr schlecht“, äußerte
Bussler bedrückt.
„Ich wusste, dass sich die Spur im Vergleich zur Quali geändert hat. Das
war nicht das Problem. Ich habe bei der schlechten Sicht einige Schläge
leider nicht gesehen. Ich bin dennoch Risiko gegangen, war aber auf
einen großen Schlag nicht gefasst. Das war es dann.“
Am Ende wurde Bussler dank seiner guten Qualileistung Neunter. Der Sieg
ging an Siegfried Grabner (AUT), der einen Dreifachtriumph der
Österreicher anführen durfte.
Alexander Bergmann (Berchtesgaden, 24) wurde 21ter, Daniel Weis
(Bischofswiesen, 23) 36ter. Maximilian Köpf (Jungholz, 27) wurde
aufgrund eines Torfehlers disqualifiziert.
Bei den Damen schaffte indes Isabella Laböck (Prien, 25) als dritte
Deutsche den Einzug ins Finale, schied aber im Achtelfinale gegen
Ekaterina Tudegesheva (RUS) aus und wurde Neunte.
Anke Karstens (Bischofswiesen, 26) und Rosa Czipf (Esslingen, 22)
komplettierten als 18te und 23te das gute Mannschaftsergebnis des
Snowboard Verband Deutschland (SVD) beim einzigen Heim-Weltcup.
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