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Amelie Kober WM-Vierte im Parallel Riesenslalom / Selina Jörg starke Achte
Amelie Kober © FIS / Oliver Kraus
Amelie Kober (Fischbachau, 23) hat bei der 9. FIS Snowboard Weltmeisterschaft im spanischen La Molina Edelmetall im Parallel Riesenslalom knapp verpasst. Die Olympiazweite von Turin 2006 wurde bei extrem schweren Bedingungen Vierte hinter der neuen Weltmeisterin Alena Zavarzina (RUS) und den beiden Österreicherinnen Claudia Riegler und Doris Günther.
Die frischgebackene Mutter hatte sich im Kampf um Platz drei ein durchweg enges und spannendes Duell mit Doris Günther geliefert und am Ende ihre zweite WM-Medaille nach Silber 2007 in Arosa, Schweiz, nur um 4 Hundertstel verpasst. Dementsprechend enttäuscht fiel dann auch das erste Fazit der weiterhin erfolgreichsten aktiven Raceboarderin des Snowboard Verband Deutschland aus, die auf ihrem Weg ins Halbfinale Patrizia Kummer (SUI) und die Weltcup-Führende Ekaterina Tudegesheva (RUS) eliminiert hatte.
„Im ersten Moment ist man natürlich schon enttäuscht“, so Kober nach ihrer bemerkenswert guten Leistung. „Aber wenn man es dann einmal näher betrachtet, mit den ganzen Bedingungen im Vorfeld, passt es schon. Die Nummer vier hat mich heute halt verfolgt. Ich hatte Startnummer vier, bin um 4 Hundertstel Vierte geworden und bin seit vier Monaten Mama.“
Auch wenn die ehrgeizige Bayerin das verpasste Podium recht schnell verdaut hatte, ärgerte sie sich dennoch über ihr Halbfinale. Dort hatte Kober gegen die spätere Vizeweltmeisterin Claudia Riegler im zweiten Lauf den maximalen Penalty-Vorsprung von 1,5 Sekunden am drittletzten Tor verspielt; und damit die Titelchance.
„Da hat mir am Ende einfach die Kraft und das Training gefehlt“, so Kober, die erst im September Sohn Lorenz zur Welt gebracht hatte. „Ich habe einfach nicht mehr geben können. Ich schätze, das war für heute das Maximum. Mal sehen, was übermorgen im Parallel Slalom rauskommt. Da werde ich wieder alles versuchen.“
Ähnlich eng wie Kober ihr Rennen um Platz drei verloren hatte, hatte Selina Jörg (Sonthofen ,22) zuvor in ihrem Viertelfinal-Duell mit Doris Günther das Nachsehen gehabt, in dem die Allgäuerin 1,5 Sekunden auf die Österreicherin im zweiten Run hatte aufholen müssen.
Dementsprechend gab Jörg Vollgas und legte los wie die Feuerwehr. In einem wahren Husarenritt pirschte sich die 22-Jährige immer mehr an ihre Kontrahentin heran, zog sogar vorbei und verlor am Ende doch noch einmal alles, nachdem sie am vorletzten Tor das Brett etwas zu lange quer gestellt hatte.
„Das war natürlich sehr ärgerlich für mich. Ich habe gemerkt, dass ich vorne bin, musste aber dennoch alles riskieren und bin dadurch zu direkt ins Tor rein. Im Ziel habe ich dann gesehen, wie eng es war. Das war schön sehr enttäuschend“, so die Jüngste des alpinen Snowboard-Teams bei der WM.
Am Ende zeigte sich die Olympiavierte von Vancouver 2010 dennoch zufrieden mit ihrem achten Platz, nachdem in den letzten Weltcup-Rennen der Wurm drin gewesen war: „Ich habe mir heute vorgenommen, ohne Druck reinzugehen. Ich wollte Vollgas geben und bin immer besser in Fahrt gekommen. Ich bin deshalb schon zufrieden, dass ich mich auf das konzentrieren konnte, was ich kann.“
Während Jörg und Kober die Fahne des SVD mit zwei Top-10-Resultaten hoch hielten, schieden Isabella Laböck (Prien, 24) und Patrick Bussler (Aschheim, 26) nach hartem Kampf in ihren Achtelfinalbegegnungen gegen Alena Zavarzina (RUS) und Roland Fischnaller (ITA) aus. Anke Karstens (Piding, 25) war bereits im ersten Qualifikationslauf aufgrund eines Torfehlers gescheitert.
Der Titel bei den Männern ging an Topfavorit Benjamin Karl (AUT). Zweiter wurde Rok Marguc aus Österreich, Roland Fischnaller (ITA) Dritter.

 
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