|
Patrick Bussler (Aschheim, 26) hat im dritten Parallel Riesenslalom-Weltcup dieses Winters sein bislang bestes Saisonergebnis wiederholt. Wie im Parallel Slalom von Bad Gastein wurde der Münchner auch in Stoneham, Kanada, Sechster. Anke Karstens (Piding, 25) war als 13te die beste weibliche Vertreterin des Snowboard Verband Deutschland. Isabella Laböck (Prien, 24) und Selina Jörg (Sonthofen, 22) verpassten als 17te und 19te knapp den Einzug in die K.o.-Runde der besten 16. Maximilian Köpf (Jungholz, 24) wurde nach einem Torfehler im ersten Qualifikationslauf disqualifiziert.
Dank des dritten aufeinanderfolgenden Top-10-Weltcup-Ergebnisses ist der
zweifache Vater Patrick Bussler auf dem besten Weg, einem bis dato
durchwachsenen Winter, der von einem schwachen Start in die Saison
gekennzeichnet war, noch eine positive Wendung zu geben.
„Das Ergebnis ist wichtig für den Kopf. Ich brauche zwar jetzt nicht
gleich erwarten, dass ich sofort Weltcups gewinne. Aber das ist
natürlich etwas, was ich anstrebe. Von daher kann ich jetzt mit einem
besseren Gefühl in die letzten Rennen der Saison gehen.“
Allerdings hätte der Bayer schon heute einen großen Schritt hin zu einem
besseren Ergebnis machen können. Denn nach seinem Achtelfinalsieg über
den in dieser Saison stark auffahrenden Österreicher Manuel Veith lag
der heutige Qualifikationssechste auch im darauffolgenden Duell mit
Matthew Morison gut im Rennen. Nur 13 Hundertstel war Bussler nach dem
ersten Run zurück.
Im Re-run aber unterlief „Pezi“ im Steilhang, der heute extrem eisige
Stellen aufwies, der entscheidende Fehler, der das Aus im Viertelfinale
bedeute: „Vor einer Eisplatte habe ich einen Moment zu lange überlegt.
Das darf man aber nicht. Da heißt es mit vollem Zutrauen drüber“, so der
amtierende Deutsche Meister im Parallel Riesenslalom selbstkritisch.
Selbstkritisch war auch seine Teamkameradin Anke Karstens, die zugeben
musste, ein besseres Resultat verschenkt zu haben. „Das ging schon im
ersten Run des Achtelfinales gegen Marion (Kreiner) los. Da habe ich im
Auslauf aus dem Steilen einen Bock geschossen.“ Dafür lag die Deutsche
Meisterin im PGS mit elf Hundertstel Rückstand aber noch in
aussichtsreicher Schlagdistanz. Im zweiten Lauf war es dann aber „glatter als ich es erwartet hatte.
Dadurch habe ich bei zwei Frontside-Turns die Höhe verloren.“ Danach
kämpfte sich Karstens zwar wieder an die Olympiadritte von Vancouver
heran, fuhr aber letztendlich 24 Hundertstel hinter der Österreicherin
über die Ziellinie.
„Es ist natürlich ärgerlich, weil ich es selbst verschenkt habe. Aber es
ist gut, in dieser Weltcup-Saison endlich auch im PGS im Finale gewesen
zu sein. Es geht bergauf. Es ist noch viel Luft nach oben, aber ich
glaube schon, die Saison noch positiv abschließen zu können“, so
Karstens optimistisch.
Der Sieg bei den Damen ging an die Weltcup-Führende Ekaterina
Tudegesheva (RUS), die die Österreicherinnen Claudia Riegler und Marion
Kreiner auf die Plätze zwei und drei verwies. Bei den Männern ging wie
schon 2008, 2009 und 2010 Benjamin Karl als Sieger hervor. Neben dem
2011 noch ungeschlagenen Snowboarder, der weiter den Weltcup anführt,
reihten sich dessen Landsmann Andreas Prommegger und Matthew Morison
(CAN) als Zweiter und Dritter ein.
Der nächste Parallel Weltcup findet in Moskau statt. In der russischen
Hauptstadt ist am 5. März 2011 ein Nacht-Parallel Slalom angesetzt.
|